Krankenpfleger trotz Marfan - Erfahrungen?

Arbeitsplatzgestaltung, Umschulung, öffentliche Hilfen
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adminmarfan
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Krankenpfleger trotz Marfan - Erfahrungen?

Beitrag von adminmarfan » 13 Mai 2014 18:26

hallo zusammen :)

ich werde voraussichtlich dieses Jahr im Oktober meine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger abschließen und hätte eigentlich geplant anschließend auf Intensivstation / Notaufnahme zu arbeiten. (mit Marfan - Erstdiagnose war vor ca. 8 Jahren)
Natürlich bin ich mir im klaren darüber, dass dies wohl eine weniger angemessene Berufswahl ist... angesichts der möglichen Risiken / Vorbelastung. Hierbei wäre aber erwähnenswert, dass ich meine Routine-Untersuchungen einmal im Jahr wahrnehme und weder in MR noch bei Belastungs EKG Auffälligkeiten ersichtlich waren. (ausserdem... wer im Klinikum arbeitet, braucht nach ner dissektion / ruptur nicht erst auf den Rettungsdienst zu warten und ist somit schneller auf dem Tisch zur Not- OP ;) *g* )

Insofern hatte ich eigentlich noch Glück, da sich bei mir bisher lediglich von außen ersichtliche Merkmale ausgeprägt haben (198 cm groß; dürre Ärmchen und Beinchen und wenn ich doch mal wieder einer sportlichen Aktivität nachgehe und dabei umknicke, bin ich die nächsten Wochen mal wieder Träger einer Aircast- Schiene, die sich mittlerweile schon mehrmals mit beiden Beinchen angefreundet hatte :) )

Zum Grund der Berufswahl kann ich eigentlich nicht viel sagen... abgesehen davon, dass ich mir keinesfalls irgendeine andere Art des Geldverdienens vorstellen könnte, bei der ich genauso viel Freude hätte ;)

meine Frage könnte ich aber langsam mal stellen... nämlich würde es mich interessieren ob unter euch jemand ist, der ebenfalls einen Beruf in der Pflege (oder in anderen körperlich belastenden Berufen) aufgegriffen hat, wie es ihm dabei ergangen ist und ob er / sie auch nach längerer Zeit noch in dieser Sparte ist, welche Probleme eventuell auch auf mich noch zukommen könnten und wo (oder am besten auch noch gleich wie) präventiv Maßnahmen eingeleitet werden sollten, um auch zu einem späteren Zeitpunkt noch glücklich in seinem Job zu sein ^^

mfg
Christoph

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 13 Mai 2014 18:26

Hallo Christoph,
was sagt denn dein behandelnder Arzt zu deiner Berufswahl? Der kennt dich und deine körperlichen Werte am Besten.
Du hast dir einen Beruf ausgesucht, bei dem auch gesunde Menschen oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Als Marfan-Patient solltest du darauf achten, dass es bei deinen Tätigkeiten nicht zu Überanstrengungen oder Pressatmung kommt und deine Aorta bzw. deine Gefäße soweit wie möglich geschont werden. Nimmst du Medikamente ein?
Was genau gefällt dir an deinem Beruf am Meisten? Der Umgang mit Menschen, Menschen zu helfen, ...? Vielleicht gibt es doch noch eine berufliche Alternative! Wenn dir der Umgang mit Menschen besonders gut gefällt, wäre eine Arbeitsstelle als Arzthelfer vielleicht etwas für dich?
Eine Bekannte von mir hat damals Krankenschwester gelernt und konnte aufgrund einers Knie-/ und Beckenproblemes den Beruf nicht mehr ausüben und sollte eine Umschulung machen. Durch diese Maßnahme hat sie dann die Möglichkeit erhalten eine Ausbildung zur Logopädin zu machen.
Auch wenn deine gesundheitlichen Werte im Moment noch gut aussehen, musst du schon damit rechnen, dass sich die (auch durch die körperliche Arbeit) verschlechtern können und dass du irgendwann dann doch nicht mehr im Job arbeiten kannst. Eine Entscheidung darüber triffst du alleine. Pass auf dich auf!

Liebe Grüße
Gismo001

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 13 Mai 2014 18:26

Hallo Christoph,

genau wie du werde ich auch dieses Jahr eine Ausbildung als Krankenpflegerin anfangen. Anfangs hatte ich war auch einige bedenken, aber selbst wenn man in der Ausbildung merkt, dass einem die Arbeit zu schwer ist, kann man im Anschluss ja immer noch Studieren (Fachabi) oder sich umschulen lassen.
Wenn das wirklich dein Traumjob ist, dann würde ich es auch ausprobieren, aufhören kann man immer noch. ;)

Gruß

Joanna

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 13 Mai 2014 18:26

Hallo,

als Jugendliche hatte ich den Berufswunsch Krankenschwester zu werden. Doch leider wurde mir dringend davon abgeraten, da ich nicht schwer heben (und das tut man unweigerlich, wenn man Patienten umlagert) und nicht in gebückter Haltung arbeiten durfte.

Damals war es so, dass es für mich nicht viele Möglichkeiten gab. Also entschied ich mich für eine Berufsfindung im Berufsbildungswerk. Schließlich bin ich Bürokauffrau geworden.

Im nachhinein bin ich ganz froh, dass ich auf meinen Arzt damals gehört habe, denn es entwickelte sich in laufe der Zeit ein Marfan-Verlauf, der nicht so angenehm war.

Ich hoffe für Euch, Ihr tut das Richtige.

Grüße Minna

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