Versorgungsamt und Marfan - das kann nicht gutgehen!

Schwerbehindertenausweis - Vor- und Nachteile
adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Versorgungsamt und Marfan - das kann nicht gutgehen!

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

hallo,



folgendes wollt ich mal hier loswerden um zu zeigen das die Folgen von Marfansyndrom ja anscheinend doch gemindert bzw. verbessert werden können - jedenfalls ist das die Meinung des Versorgungsamtes.



Seit Jahren bin ich im Besitz eines S-Ausweises mit dem GdB von 50%. Nach der letzten Aorten OP im Herbst 2006 hatte ich im Januar 2007!!! einen Erhöhungsantrag gestellt. Im Februar 2008 wurde ich dem Sozialmedizinischen Dienst des Versorgungsamtes vorgestellt. Letzte Woche habe ich den Bescheid bekommen, mit dem Ergebnis das ich auf 40% GdB runtergestuft werde.



Aha, ... 16 Monate auf einen Bescheid gewartet und dafür gebraucht das ich erfahre das mein Gesundheitszustand sich verbessert hat obwohl ich eine weitere Aorten OP hatte (dabei hatte ich noch nicht einmal auf die Ablatio die im März 2007 sein musste einen Erhöhungsantrag gestellt). Oder soll man das so sehen das sich Marfan heilen lässt? Oder wie soll ich diesen Schwachsinns Bescheid deuten? Ich könnt echt ausflippen und bin über geschilderten Umstand absolut sauer. Auch meine Geduld ist echt am Ende mit dem Versorgungsamt. Ich hatte schon bei der Untersuchung beim medizinischen Dienst gemerkt das die "Ärztin" keinen blasen Schimmer von Marfan hatte. Und die soll einen Befund mit ihrer Einschätzung und meinen mitgebrachten Befunden abgegeben? Einfach lächerlich.



Nun bleibt mir als erstes mal in Widerspruch zu gehen, und sollte ich nach 3 Monaten noch immer keinen Bescheid darüber bekommen eine Klage beim Sozialgericht einzureichen.



Wenn das so weitergeht benötige ich die Erhöhung nicht mehr da hier ja mit meiner Zeit sehr großzügig umgegangen wird. Aber anders wiederum haben wir ja nun gelernt das sich das Bindegewebe festigen und man somit zurückgestuft werden kann. Wenn an dem wäre würde ich komplett auf diesen S-Ausweis verzichten. Aber verzichten und trotzdem Marfan mit meinem geschilderten Krankheitsverlauf zu haben find ich schon sehr rätselhaft, oder nicht?



Ich halt diesen Thread zu gegebener Zeit auf dem laufenden.



mfg

C



ps: Wenn ich noch richtig übel drauf bin werd ich demnächst versuchen, mich an die örtliche Presse zu wenden, vielleicht kann ich damit etwas erreichen oder den Bearbeitungsprozeß beschleunigen.

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

RE: Versorgungsamt und Marfan - das kann nicht gutgehen!

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hallo Christian,

das mit dem runterstufen kennt mein Mann auch.
In den 8 Jahren die ich meinen Mann kenne ging es bei ihm mit 70% und Buchstabe G los. 2004 wurde eine Neubewertung wegen einem Umzug von Berlin nach Bonn nötig. Es kam zur Runterstufung auf 60% mit Buchstaben G. (Gesundheitlich hat sich nichts geändert! Nur die Bundesländer änderten sich!) 2007 stellte mein Mann aus gesundheitlichen Gründen ein Antrag auf Hochstufung. Und siehe da, sie wurde gehehmigt und jetzt ist er unbefristet auf einen Stand von 70 % und den Buchstaben G und B.

Ich wollte damit zu Ausdruck bringen das es von bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist und es anscheinend davon abhängt an welchen Arzt du beim Sozialmedizinischen Dienst des Versorgungsamtes kommt.
Dir wird nichts weiter übrig bleiben als Einspruch gegen den Bescheid einzulegen.

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hallo Beate und @ all,

da du schreibst "von Arzt zu Arzt unterschiedlich" folgendem Auszug aus meinem heute verfassten Widerspruch:

"Auch der Untersuchungstermin und das Gespräch mit Frau Dr. **** welchen ich von Ihnen am Anfang des Jahres 2008 zugewiesen bekommen hatte, verlief nicht so wie es sich für eine Begutachtung zur Neufestsetzung des GdB gehören sollte. Auf die Frage von Frau Dr. ***** : „Wie geht es ihnen?“, ich mit :“Danke, gut.“ antwortete, war ihre sinngemäße Antwort: “Warum stellen sie einen Erhöhungsantrag wenn es ihnen wieder gut geht?“. Ich als Antragsteller bekam auch sehr schnell den Eindruck dass sie sich mit meiner gesundheitlichen Situation in keinster Weise auskannte und sie sich mit meiner Situation überfordert fühlte. Ab dem Jahr 1991, bei dem bei mir Mahrfansyndrom festgestellt wurde und die erste Aorten Operation anstand, musste ich viele Erfahrungen mit Ärzten machen müssen um dies beurteilen zu können."

Einfach unglaublich kann ich nur sagen und ich bleib jetzt absolut auf Konfrontationskurs, da ich mit meiner Geduld echt am Ende bin.

mfg
C

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hallo Christian,

ich kann deinen Unmut verstehen!

Mich würde interessieren was du dir von einer Erhöhung deiner Prozente versprichst? Wie ich bei meinem Mann festgestellt habe bringen es die Prozente ab 70 % aufwärts in verbindung mit Buchstaben erst wirklich etwas. z.B. Ermäßigung bzw. günstiges Fahren mit Bus und Bahn, günstigere Bahncard, kostenlose Begleitung bei Bahnfahrten, ...

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

in meiner derzeitigen Lebenssituation ist es derzeit so das es einen Unterschied macht ob ein zukünftige Arbeitgeben Fördergelder für mich über den Integrations Fach Dienst (IFD) beantragt ob ich 50% oder mehr Prozent habe. Das alleine ist der springende Punkt, leider.

Wenn ich gerade so recht überlege habe ich durch dien Besitz des S-Ausweises in meinem bisherigen Leben nur Nachteile gehabt (mal abgesehen von den 5 Tagen mehr Urlaub und der 45,00 € monatlichen Lohnsteuerbefreiung). Darauf würd ich echt gerne verzichten um diesen ganzen schg ... nicht zu haben. Ebenso hab ich heute überlegt ob ich nicht alle neune gerade lassen soll da das ganze ein einziger Krampf ist. Dann würde ich eben zurückgestuft werden, wäre aber auf der gleichen Ebene wie jemand der eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten hat. Und ob das in Sinne des Erfinders ist wage ich zu bezeifeln, da ich meine Situation ja nicht schön Reden kann. Ich kann nur von mir ausgehen - für mich gibts nur schwarz oder weis, anderes ist absolut indiskutabel, ich habs mir auch nicht ausgesucht und aufgrund dieses Umstandes muss ich mich an Regeln halten die für den einen oder anderen nunmal nicht gelten. Gefallen tuts mir auch nicht wirklich, ich kanns aber nicht ändern.

mfg
C

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hallo Christian,

ich kannte deine emotionale Aufladung gut verstehen. Ich selbst habe aufgrund einer operativ versteiften Lendenwirbelsäule einen GdB von 50 und den Buchstaben G. Angemerkt sei hier, dass sonstige Marfan-Problematiken nie berücksichtigt wurden. So heißt es z. B. bei einer rekonstruierten Mitralklappe, dass diese ja nun wieder funktioniert und die Einschränkung weg sind. Vielleicht hätte man vorher einen Antrag stellen sollen, als man aufgrund der Insuffizienz eingeschränkt war (mangelnde Kondition, Luftnot etc.)

Jedenfalls sollte ich vor 1 oder 2 Jahren auch mal runtergestuft werden. Habe dieses dann durch einen Widerspruch verhindern können.

Du musst die Logik einfach mal von der anderen Seite (die des Versorgungsamtes) betrachten. Eine Einschränkung besteht aus deren Sicht vor der OP, durch eine OP wird sie behoben. Siehe oben Bsp. Mitralklappe.

Wenn du jetzt einen Widerspruch schreibst, musst du ausführlich darlegen, welche Probleme aktuell bestehen. Weswegen wurden denn der usprüngliche Ausweis ausgestellt? Du musst nach der OP weiter ausholen und allgemeine Störungen durch Marfan beschreiben und wie die alle miteinander zusammenhängen. Bei dir wäre das dann wohl z. B. die weiterhin besehende mangelnde Kondition, die jedoch bei Marfan nicht einfach so behoben werden kann. (allgemeine schnelle Erschöpfung, schlechter Muskelaufbau, Berücksichtigung anderer Symptome bei evt. Sport etc.) Und ganz wichtig: die Marcumartherapie ist ja wohl auch mit Einschränkungen verbunden. Würde ich dann alles ganz detailliert beschreiben.

Viel Glück für den Widerspruch.

Viele Grüße
Steffi

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hi Steffi,
Deine Ausführung finde ich sehr gut. Eine Ergänzung:
Alle vorliegenden ärztlichen Befunde dem Antrag beilegen. Mitunter werden Befunde vom Versorgungsamt angefordert, doch nicht immer kommen die Aufgeforderten dieser Bitte nach.

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

@ all,

ich hatte den Widerspruch schon diese Woche verfasst und weggeschickt. Ebenso alle erforderlichen Befunde und Anschriften um denen die Arbeit so leicht wie möglich zu machen. also werd ich sehen wie es demnächst weitergehen wird und ich meld mich dann wieder hier so wie ich was neues weis um euchg auf dem laufendem zu halten.

mfg
ChristioanZ

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Vieles ist Beurteilungsabhängig

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hallo

Also ich denke, das viele Anträge von der Beurteilung des Arztes abhängen der das Gutachten erstellt. ich bin seit meiner Geburt erkrankt erhalte seit 2000 EU Rente und das noch bevor eine weitere Verschlechterung eingetreten ist, denn 2000 nach Erhalt des Bescheides von der Rentenstelle habe ich drei Herzoperationen gehabt. davor das Gutachten stand ein ganz wichtiger Satz zum Schluss. *Aufgrund meiner Untersuchungen und im betracht des Krankheitsbild von *Name* wird auf dauer keine Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet eher eine Verschlechterung.*

Also es liegt im Grunde bei dem Arzt wie er die Beurteilung schreibt, ob man z.B. Rente oder anders bekommt, ich bin also froh das ich einen Arzt hatte, der Marfan richtig begutachtet und beurteilt hat!

adminmarfan
Site Admin
Beiträge: 4067
Registriert: 26 Mär 2017 19:07

Beitrag von adminmarfan » 20 Mai 2008 07:09

Hallo,

hier mal wieder ein Update von der Situation.
Der Widerspruch wurde auch nur mit 40% GdB eingestuft und somit habe ich letzte Woche Klage beim Sozialgericht eingereicht. Nun bin ich aufgefordert Eine Stellungnahme und weitere Formulare auszufüllen und warte dann ab auf die Dinge die da kommen.

Ich meld mich sowie ich was neues weis.

mfg
C

Antworten