Atenolol 50mg für 6 Jährigen Jungen sinnvoll

Kinder ab 6 Jahre
adminmarfan
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Atenolol 50mg für 6 Jährigen Jungen sinnvoll

Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo Ihr Lieben,



wir sind neu hier, unser Sohn Tobias (6 Jahre - erste Klasse) hat Gentechnisch diagnostiziert das Marfansyndrom mit Hochwuchs/Trichterbrust/Mitralklappenprolaps.



Nun möchte der Kinderkardiologe, welcher lt. Hausarzt wohl sehr gut sein soll ihn so langsam auf Betablocker einstellen. Das es ohne nicht gehen wird ist uns klar.



Er empfiehlt Atenolol 25 1A Pharma, also 25mg Tabletten.

Die Medikation soll mit einer kleinen Dosis beginnen. Dann bis zur Enddosis von 50mg / Tag, 2mg/kg Körpergewicht gesteigert werden.



Nun habe ich schon von mehreren Seiten (nicht direkt betroffene) gehört, das diese Dosis wohl recht hoch sei, auch habe ich gelesen, das Atenolol wohl eigentlich nicht für Kinder gedacht ist.



Hat jemand von Euch damit schon Erfahrungen sammeln können?



Vielen Dank schon jetzt

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo,

sprich den Kinderkardiologen mal auf Losartan (auch ein Blutdrucksenkendes mittel aus der Gruppe der Sartane) an. Neueste Studien haben nachgewiesen, dass Losartan bei Marfan-Patienten das potientielle Aortenwachstum verlangsamen und/ oder sogar Rückgängig machen kann.

In der Regel wird eine Kombination aus Losartan und Betablocker (z.B. Atenolol) hierzu verabreicht. Die richtige Dosis muss durch ausprobieren getestet werden. Es kann sein, dass er die Maximaldosis ohne Probleme verträgt. Andere kommen evtl. mit der halben Dosis schon nicht klar.
Deshalb denke ich, dass es richtig ist, niedrig dosiert zu beginnen und die Dosis langsam zu steigern.
Gruß,
Tristan

adminmarfan
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RE: Atenolol 50mg für 6 Jährigen Jungen sinnvoll

Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo,
unser Sohn (noch 4 Jahre alt) bekommt schon seit 1,5 Jahren Irbesartan (Aprovel) 50 mg/ Tag. Zusätzlich bekommt er seit ca. einem halben Jahr einen Beta-Blocker gering dosiert (Bisoprolol) 1,25 mg/ Tag. Das verträgt er gut.
Die Dosierungen sind ja von Wirkstoff zu Wirkstoff sehr unterschiedlich.
Von Atenolol kenn ich die Dosierung nicht...
LG

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo,
die Dosierung kommt mir etwas hoch vor. Meine Tochter hat das Atenolol ein Jahr bekommen (weiß die Dosierung leider nicht mehr, aber wenn du willst kann ich in Arztberichten nachschauen, einfach Bescheid sagen!) und bekommt jetzt 5mg Telmisartan, auch eines dieser neuen Medikamente, verträgt dies gut. Ich selber hab noch Atenolol, aber nur 50mg, mir sagten die Ärzte, daß man ca 1mg pro kg rechnet, wobei man nach dem Blutdruck schauen muß!
Da würde ich nochmal nachfragen bzw nochmal einen Arzt oder eine Klinik (marfan-Sprechstunde) aufsuchen, die sich wirklich mit Marfan auskennen!
Alles Gute,
Caroline

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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

entfernt

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo Achim,

von den vielen weltweit durchgeführten Studien an Marfan Patienten sind einige schon abgeschlossen worden.
Z.B. hier:
http://circ.ahajournals.org/cgi/content ... cts/A21342

Weitere sollen in kürze Folgen (z.B. die Studie von Dietz)

Um diese zu lesen sollte man aber des Englischen mächtig sein.

Auf der anderen Seite haben die Forscher in den letzten 2 Jahren ein immer besseren Verständnis für den genetischen Defekt und die jew. Wirkweise gewonnen, die erklären warum Losartan bei Marfan hilfreich sein könnte.+

Z.B. hier:
http://www.cambridgemedicine.org/news/1303727641

Unabhängig vom finalen Outcome weiterer Studien ist Losartan eines der ältesten erprobten Blutdrucksenker (niedriger Blutdruck ist ja bei Marfan erwünscht), so dass die Einnahme zusätzlich zu einem Betablocker absolut problemlos, bzw. erprobt ist, und auch i.d.R. keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorruft. (Wie reden hier nicht von einem neu entwickeltem Medikament, welches erst jahrelange Tests durchlaufen muss, da es seit Jahrzenten in der Nutzung ist - im schlimmsten Fall wirkt es halt nicht.) Einnahme sollte natürlich nur nach ärztlicher Freigabe erfolgen. Mir wurde es jedenfalls von verschiedenen Chirurgen und Kardiologen mit dem Hinweis empfohlen, dass es nicht schaden kann.


Gruß,
Tristan

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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

@Tristan,
das Prob ist , das der Kinderkardiologe eher Besprechungsresistent ist (zumindest war es bei der letzten Untersuchung meiner Frau gegenüber). Trotzdem werde ich ihn nochmal drauf ansprechen. Deshalb wollten wir unabhängig eine zweite Meinung einholen.

@all Prof. Dittrich (Kinderkardiologie Erlangen) soll recht gut sein auf dem Gebiet - ist da was bekannt?

@madeleine, - hatte Deine Tochter Bluthochdruck? oder war es nur um Spitzen zu vermeiden. - Bei unserem Sohn der normalen bis niedrigen Blutdruck hat, geht es wohl primär darum Spitzen zu vermeiden.

Gruß
Sascha

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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hi Sascha!
Meine Tochter hat auch einen ganz normalen Blutdruck, aber eine leichte Erweiterung der Aortenwurzel, deswegen bekommt sie das Medikament. Und verträgt es echt gut! Manchmal frage ich mich wie sie wohl wäre ohne Medikament, soviel Energie wie sie mit den Medis an den Tag legt...
Frag mal nach den Losartanen!
Gruß, Caroline

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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo Madeleine,

wir waren letzte Woche im Herzzentrum Leipzig und fühlten uns wirklich sehr gut aufgehoben dort. Tobias wurde dort nochmal richtig durchgecheckt (mit EKG/Belastungs-EKG etc.) Der Kinderkardiologe machte einen sehr kompetenten, angenehmen und kinderfreundlichen Eindruck und hat uns wirklich sehr gut und ausführlich beraten.

Wir sind dann jetzt doch bei Atenolol geblieben. Dort hat man auch sehr gute Erfahrungen damit.

Solange keine Wesensänderung eintritt, sollen wir die Dosis dann auch (ausgehend von einer niedrigen Dosierung zur "Einschleichung") bis zu den 50mg steigern (währen dann ca. 1,8mg/kg Körpergewicht).

Losartan haben wir auch mal angesprochen, er meinte ist eben auch ein Blutdrucksenker, er würde aber doch Atenolol empfehlen.

Die ersten Tage hat unser Sohnemann jetzt recht gut verkraftet, mal sehen wie er sich weiterentwickelt (werde berichten).

Gruß
Sascha

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Beitrag von adminmarfan » 27 Mai 2011 11:45

Hallo nochmal,

nur nochmal zur Information, wir haben Tobias mittlerweile auf 1,5 Tabletten a 25mg eingestellt (=37,5mg), das ist zwar nicht der ursprünglich geplante Wert, allerdings sieht das Belastungs-EKG damit sehr vielversprechend aus, weshalb wir (in Abstimmung mit dem Arzt) erst einmal dabei bleiben. (Zuviel muss ja auch nicht sein ;-) )

Viele Grüße
MitraCor

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