Marcoumar und Kinderwunsch?

Für Betroffene eine schwere Entscheidung.
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adminmarfan
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Marcoumar und Kinderwunsch?

Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Hallo ;)

Ich bin nun bald 20 und irgendwie habe ich mir schon mein Leben lang Gedanken gemacht, wie es wohl wäre ein eigenes Kind zu haben. Oh, nein mit 20 möchte ich noch keines. In diesem Punkt möchte ich meiner Mutter nicht nacheifern aber irgenwann mit 25 oder so....ja da wäre es dann schon schön so ein Kleines Wesen bei sich zu haben um das man sich kümmern kann.

Ich mag Kinder sehr gerne und für mich war es immer klar, dass ich auch einmal ein eigenes haben werde. Aber so wie die Lage nun ist sieht es eher schlecht aus sagt mein Gefühl und auch der Arzt mir.

Ich habe künstliche MItral- und Aortenklappen. Ich nehme Marcoumar für die Blutverdünnung und habe zusätzlich noch eine ausgeprägte Skolkiose, an der man aber anscheinend nichts mehr machen kann.

Eigentlich weiß ich dass es woh lbesser wäre kein Kind zu bekommen aber irgendwie suche ich doch nocheinmal nach der Bestätigung dass dies wirklich besser wäre.

Zusätzlich interessiert es mich aber auch was ihr für Erfahrungen mit Kindern gemacht habt. Ich weiß sehr wohl dass viele Betroffene selbst Kinder haben. Wie ging es euch in der Schwangerschaft und habt ihr das Kind per Kaiserscnitt oder normal zur Welt gebracht? Ist eine "normale" Geburt über haupt möglich (Anstrengung?)?

Tja, wäre schön wenn jemand dazu was schreiben könnte.

Liebe Grüße an alle Eltern und die, die es noch werden wollen ;) KInder sind anstrengend aber sie sind etwas Wundervolles! (solange sie klein sind *looool*)

LIebe Grüße
Syrena

adminmarfan
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RE: Marcoumar und Kinderwunsch?

Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Hallo Syrena,

also ich hatte das gleiche Problem wie du - habe mich aber dann bewußt gegen den Kinderwunsch entschieden und möchte auch keine Kinder mehr bekommen.
Natürlich kann es gutgehen - aber man bedenke, dass während der Schwangerschaft Marcumar nicht erlaubt ist - also Heparin spritzen (was ja noch das kleinere Übel ist) und auch wenn möglich schon VOR der Schwangerschaft mit dem Heparin anfangen.
Dann gibt es natürlich auch sehr viele Fälle wo die Kinder gesund sind, normal aussehen und auwachsen können - aber ich habe auch schon Kinder gesehen, die nach 3 Monaten am offenen Herzen operiert werden mußten,.... (nachdem ich das gehört und auch mit der Mutter geredet habe war mir klar - daß ich das meinem Kind nicht zumuten will und ich mir auch selbst diese Sorgen ersparen möchte).
Zudem kommt dann noch dazu wenn dein kind mal größer ist und z.B. mit dem Rad stürzt? Du solltest es ja nicht hochheben lt. Skoliose, Herzklapenersatz,....

Letztendlich ist es die Entscheidung von jedem selbst und ich wünsch dir alles Gute dabei - aber bitte denk auch an das Kind und nicht nur an den WUNSCH danach. Alles ,alles Gute und wenn "JA" dann ein gesundes und glückliches Kind.
Slotty

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Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Liebe Syrena!

Dein Schreiben hat mich sehr gerührt, auch wenn ich selbst nicht marfan betroffen bin. Meine 7-jährige Kleine ist aber betroffen. Und sie fragt mich öfters ob sie eines Tages selber Kinder haben und Mama sein wird. Darauf antworte ich immer positiv, denn man ist eigentlich Mama, wenn man einem kleinen Wesen all deine Zuwendung und Fürsorge widmet. Keine natürliche Geburt macht jemanden zur Mama. Außerdem habe ich lange lange Zeit überlegt, ob wir mit meinem Mann, der MFS betroffen ist, auch noch ein zweites Kind kriegen...und habe mich dagegen entschieden. Ich denke nicht, dass es dir schwer fallen wird irgendwann mal, ein Kind zu lieben, auch wenn du es nicht geboren hast. Was für eine Entscheidung Du auch treffen solltest, wünsche ich Dir viel Mut und alles erdenklich Gute!

Maria

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Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Hi,

ich bin 27 und habe für mich entschieden, dass ich Marfan meinen ungeborenen Kindern auf keinen Fall antun möchte.

Aber es gibt eine Frage die mir schon ein paar Mal in den Sinn kam: Kann man überhaupt ein Kind adoptieren, wenn man krank ist??? Wahrscheinlich weiß hier niemand die Antwort auf diese Frage....

Gruß
Steffi

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Adoption

Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Hi!
Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Ich habe das mal nachgelesen und mit Ämtern telefoniert. Man muss fähig sein dem Kind auf Dauer ein gesichertes Leben zu gewährleisten. Und hier beginnt dann der Bereich Auslegungssache. Es werden immer Einzelfallentscheidungen getroffen. Im Zweifel kann man die Eltern also ablehnen, weil sie nicht gewährleisten können, dass dem betroffenen Elternteil etwas passiert.
Grüße
Klara

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Hi Steffi,

Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

ich denke auch, wie klara schreibt, dass bei Adoptionen vieles von Amt zu Amt unterschiedlich gesehen werden kann. Nur muss eine vorhandene Erkrankung ja nicht zwangsläufig heißen, dass man - um es mal ganz krass auszudrücken - morgen tot umfällt. Meiner Meinung nach hat man als Marfan-Erkrankter, wenn man regelmäßig zur Kontrolle geht, eigentlich seine "Pflicht" erfüllt. Und es kann niemand Gesundheit für die nächsten 20 Jahre garantieren. Ämter spalten ja gelegentlich den Kümmel, und das auch noch hochkant (ich darf das sagen, ich arbeite selbst in einem!), aber trotzdem sitzen auch da Menschen, die vernünftigen Argumenten durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen.
LG Katrin

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^^°

Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Hallo ihr!

Danke, danke , danke für eure lieben Antworten. ich hab mich wirklich sehr darüber gefreut.
Vorallem die Antworten von Slotty und Maria haben mich sehr bewegt. Ich bin euch wirklich dankbar dafür. Ich fühle mich um einiges besser und in meiner Entscheidung bestärkt.

Ich glaube ein Kind ist doch eine sehr große Verantwortung, die man zu tragen hat. Ich würde es mir z.B. nie verzeihen wenn meinem Kind was passieren würde und ich nicht in der Lage wäre ihm zu helfen, weil ich mich einfach nicht so anstregen kann oder was auch immer.

Vielleicht hat es ja auch einen guten Grund warum es für mich besser ist keine Kinder zu bekommen. Ja, ich habe mich jetzt auch endgültig dagegen entschieden. Und ich glaube ich bin auch glücklich damit. Vielleicht werde ich einmal einen Beruf ausüben können wo ich zwischen Kindern und Erwachsenen vermitteln kann oder etwas ähnliches. Ich glaub dafür wäre ich sehr gut geeignet. Und ohne eigene Kinder könnte ich dafür noch hingebungsvoller in meinem Beruf sein.

Außerdem habe ich zwei jüngere Schwestern, die vielleicht auch einmal Kinder haben werden. Und dann bin ich Tante :-) Das stelle ich mir auch ganz toll vor. Dann kann ich die Kleinen verwöhnen und sie dann zu ihrer Mama zurück schicken *lach*. Oder vielleicht macht mich ja eine meiner Freundinnen zur Patin ihres Kindes. Das könnte alles passieren und ich bin mir sicher ich könnte meine Nichten, Neffen oder Patenkinder genauso lieben als wären sie meine eigenen. Und auf die Liebe kommt es doch an.

Liebe Grüße und euch allen auch alles Gute in eurem Leben (egal ob mit oder ohne Kinder)
Syrena :-)

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Beitrag von adminmarfan » 29 Aug 2006 12:39

Halllo zusammen,
das ist eigentlich ein gutes Thema aber was ist denn marcuma? Wie hoch ist denn die Möglichkeit das, dass Kind auch mit Marfan auf die Welt kommt???

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