Chronische Rückenschmerzen nach Versteifung

Skoliose, Trichterbrust, Skelett, Füße
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adminmarfan
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Chronische Rückenschmerzen nach Versteifung

Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Hallo ihr Lieben,



Ich war schon länger nicht im Forum unterwegs und denke, dass es langsam wieder Zeit wird. Heute geht es um meine chronischen fast nicht mehr auszuhaltenden Rückenschmerzen. Meine Wirbelsäule wurde vor 10 Jahren in Münster versteift. Dabei wurde meine Wirbelsäule fast komplett versteift, lediglich im Lendenbereich ist ein Kleiner Teil verschont geblieben. Und genau dort habe ich meine unerträglichen Schmerzen. Ich habe schon immer Schmerzen, seit Monaten hören die Schmerzen allerdings gar nicht mehr auf und sind kaum zum aushalten. Ich laufe von Orthopäden zu Orthopäden und weiß nicht mehr weiter. Es wurde bereits geröntgt und es ist alles in bester Ordnung. Ich bin gerade mal 25 und habe wirklich rein gar nichts mehr von meinem Leben. Ich raffe mich zwar zur Arbeit auf, arbeite aber lediglich Teilzeit weil ich nicht mehr schaffen würde. Wenn ich zu Hause bin lege ich mich meist hin weil ich einfach nicht mehr laufen/ stehen oder sitzen kann. Mein ganzes Privatleben und meine Psyche leiden darunter. Ich nehme jeden Tag mehrere Ibuprofen, was mir allerdings gar nicht mehr hilft. Ich denke ich bin bereits von den Schmerztabletten abhängig. Es war für mich schon immer schwer mit Marfan zu leben aber seit einigen Monaten ist mein Leben nicht mehr lebenswert. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Vielleicht gibt es hier jemanden der ähnliche Probleme hat und vllt Ratschläge für mich hat? Ich versuche regelmäßig Sport und Rückenübungen zu machen, allerdings hilft das nicht. Massagen/ Fango usw. hab ich auch schon alles durch.

Ich würde mich über zahlreiche Antworten freuen.



Liebe Grüße

Nicole

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Liebe Nicole,



das hört sich wirklich nicht sehr schön an. Tut mir leid dass
Du solche Schmerzen hast. Leider kann ich Dir da auch keinen Rat geben.
Vielleicht solltest Du Dich in einer Skoliose Sprechstunde mal vorstellen oder
in der Klinik, wo Du damals operiert worden bist. Oder warst Du da auch schon?



Liebe Grüße Viola

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Dein Beitrag klingt, als sei meine Skoliose-OP - auch in Münster - mit ähnlichem Ergebnis ausgeführt worden wie deine. Ab ca. 6 oder 7 Jahre später hatte ich häufig Hexenschuss-Symptome. In akuten Phasen waren die Schmerzen unerträglich, es dauerte danach immer Wochen bis Monate, bis sie ganz wieder abklangen. Ein Orthopäde hat mir damals erklärt, dass aufgrund der Tatsache, dass nur die letzten zwei Wirbelgelenke noch beweglichen seien, sich - ich drück es mal laienhaft aus, da ich nicht mehr genau wiedergeben kann, was er sagte - in dem noch beweglichen Bereich leicht ein Nerv einklemmt. Die Hexenschuss-Phase dauerte ca. 10 Jahre und hörte dann auf. Nach einer Herz-OP gingen aber wiederum Jahre später äußerst unangenehme Dauerrückenschmerzen los. Besonders, wenn ich z.B. Hausarbeiten wie Spülen, Staubsaugen etc. gemacht habe, bei denen man sich leicht vorbeugt, kam ich danach kaum noch hoch und hatte den ganzen Tag Schmerzen. Lange gehen war kaum noch drin, dabei entstanden scheußliche Verspannungen. Geholfen hat mir Yin-Yoga. Ich habe das gerade im Thread "Faszien-Training" beschrieben. Faszien-Training
Was mir auch sehr hilft, ist eine harte Matratze mit viskoelastischem Topper als Auflage und weicherer Schulterzone.
Ich muss aber dazu sagen, dass meine Rückenschmerzen in den letzten Jahren wirklich hässlich, aber nicht "unerträglich" waren.

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Hallo Nicole,

ich hatte in dem selben Alter eine ähnliche Problematik. Ich habe immer gedacht, die unglaublichen Schmerzen hätten mit der Versteifung zu tun und wären ein unausweichliche Folge der OP. Aber die Ärzte sagten es sei alles in Ordnung. Ich habe zwei Dinge geändert und seitdem keine Probleme mehr:

1. Schlafsituation verbessern. Ich habe ein Lattenrost gekauft, dass sich dem Körper perfekt anpasst (Lattoflex) und eine für mein Gewicht abgestimmte Matratze. Denn wenn sich der Körper der Unterlage anpassen muss, ist das nicht so gut. Zudem schlafe ich nun auch einen super dünnen Kopfkissen, denn die Wirbelsäule muss im Schlaf vom Lendenbereich bis zum Kopf eine gerade Linie (ohne Knick) bilden. Dazu müssen eben auch Hüfte und Schulter in die Matratze einsinken können.

2. Ich trage NICHTS Schweres mehr. Gar nichts. Und wenn ich es doch tue, sind zumindest Schulterschmerzen wieder da, und ein unangenehmes Gefühl.

(3. Wenn du viel im Auto sitzt, kann auch dies zu den Schmerzen beitragen. Du solltest ein Auto mit aufrechter Sitzposition wählen...)

Ich hoffe, ich konnte dir helfen!

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Danke für die Antworten! Ich werde mich jetzt auch schnellstmöglich um eine neue Matratze kümmern, vielleicht bringt es ja etwas Linderung. Ich war mal wieder beim Orthopäden und habe Tilidin verschrieben bekommen. Davon bin ich total high, aber wenigstens sind die Schmerzen etwas besser. Mein Arzt rät mir zu einer erneuten OP, ich soll den Rest meiner Wirbelsäule auch noch versteifen lassen, da dann die Schmerzen weniger werden. Am Freitag muss ich ein MRT machen und am 22 habe ich einen Termin in Münster, dort wurde ich auch operiert.
Ich kann nicht mehr, ich bin wirklich auf dem Tiefpunkt meiner Schmerzen angekommen. Ich weiß nicht mehr weiter und will teilweise wirklich nicht mehr leben. Ich weiß nicht weiter. Ich bin 25, habe vor einem Jahr mein Studium beendet und bin jetzt eigentlich schon nicht mehr fähig zu arbeiten. Ich wurde vor 2 Monaten auf 30 Stunden die Woche hochgestuft, habe vorher nur 20 gemacht, zusätzlich arbeite ich noch freiberuflich Ca. 6 Std die Woche. Ich weiß nicht mehr wie ich das alles stemmen soll. Ich gehe eigentlich nur noch arbeiten, weil ich keinen enttäuschen will, da bin ich nicht der Typ für. Einen Krankenschein nehme ich sehr ungern. Nach der Arbeit liege ich nur noch im Bett, weil ich es sonst nicht mehr aushalte. Ich weiß nicht weiter... Dieser Druck meinen Job bei einer eventuell anstehenden OP zu verlieren macht mich fertig. Darauf wird es aber hinaus laufen und danach kann ich wahrscheinlich länger nicht arbeiten. Ich bin eigentlich super zielstrebig, nicht umsonst habe ich 5 Jahre studiert. Ich sehe im Moment schwarz. Die Situation macht mich dermaßen fertig :( Ich hätte nie gedacht, dass eine Krankheit dermaßen mein Leben bestimmt.

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Ich merke gerade selber, wie verzweifelt ich klinge, es musste wohl einfach mal raus..

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Hallo Nicole,
ich wollte dir eigentlich stärkere Schmerzmittel empfehlen, aber die Vorschläge meiner Vorschreiber sind natürlich viel besser.
Aber ich verstehe, in welcher Situation du dich befindest. Durch die Polyneuropathie habe ich mich vollkommen abgekapselt. Ich gehe nicht mehr weg, weil ich die Schmerzen daheim am Besten ertragen kann, als wenn ich irgendwo in geselliger Runde sitze.
Auch von meinen Freunden habe ich mich zurückgezogen: Sie verstehen nicht, warum äußerlich taube Füße so Schmerzen bereiten können.
Mein Job ist mein ein und alles. So lange ich ihn noch machen kann, weiß ich, dass ich noch ein Leben habe.
Bitte lasse deine Gefühle ruhig raus. Es hilft oft, wenn man sich mal richtig auskotzen kann.
LG von Dani

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 25 Jan 2015 16:15

Hallo Nicole,

Erstmal kann ich Bluebird zustimmen. Eine gute Matratze und keine Belastung für den Rücken sind gute Vorschläge und sicherlich mal einen Versuch wert. Sollte das jedoch beides nicht zu einer langfristigen Besserung führen habe ich noch einen Tipp für dich.
Dabei handelt es sich um das APEX Spine Center in München. Da arbeiten Fachmänner aus verschiedensten Gebieten (Orthopäden, Neurochirurgen, Unfallchirurgen, Physiotherapeuten und Sporttherapeuten), daher findet sich hier in der Regel der richtige Arzt für das Problem. Das hat zum Vorteil, dass man nicht über Tage und Wochen von Arzt zu Arzt geschickt wird. Auch ist es einfacher das Problem und die richtige Behandlung zu finden, wenn man das es aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.
Die bieten auch eine kostenlose Ersteinschätzung via Email an, solltest du einfach an einer unverbindlichen zweiten Meinung interessiert sein. Du findest das Formular dafür und auch alle weiteren Informationen unter http://www.apex-spine.de/.
Ich weiß leider selbst nur zu gut wie Rückenschmerzen einem das Leben zur Hölle machen können und man bei jedem Schritt abwägen muss, ob er den Schmerz wert ist. Daher hoffe ich wirklich, dass du eine Lösung für dein Problem findest, und falls nicht, dass dir im APEX Spine Center geholfen werden kann.

Schöne Grüße und alles Gute

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